3. Pressemitteilung Pflege-Denkfabrik

Pressemitteilung 30.12.2022

Pflege – Denkfabrik geht weiter …! Teil 3 zur aktuellen Lage!  

Was muss sich ändern? …was müssen wir fordern?  

  

An Politik, Gesellschaft und Arbeitgeber!  

  

Hauptforderung der Initiative “Pflege-Denkfabrik”  

zur Krankenversicherung (KV)/Pflegeversicherung (PV) Reform:  

SGB V und XI zusammenführen – eine vollsteuerfinanzierte Sozialversicherung!  

Ziel:  

Bezahlbare und würdevolle medizinische und pflegerische Versorgung der Hilfebedürftigen! 

I.B. Attraktivität des Berufsbildes Pflege – bundeseinheitliche Arbeitsbedingungen

These: Leih- und Zeitarbeit bietet auch bei den Arbeitsbedingungen den neuen Goldstandard!

Ist-Situation:

Arbeiten in der Pflege wird als eine Dienstleistung angesehen, wie jede andere auch. Dass die Versorgung von pflegebedürftigen Personen aber eine gesamt gesellschaftliche Aufgabe ist, wird nicht wahrgenommen oder nur punktuell und wenn eine Pflegesituation die Menschen selbst betrifft.

So finden wir in der Pflege die folgenden Punkte beispielhaft, die der Gesellschaft die Ist-Situation spiegeln:

  • Bis 6 Tage-Woche arbeiten.
  • 40-50 h pro Woche in der direkten Pflege.
  • 10-12 oder auch einmal 20 Tage am Stück sind nicht die Ausnahme.
  • Arbeiten jetzt bis 67 Jahre.
  • Ständiges Einspringen bei Ausfällen ist an der Tagesordnung.
  • Personelle Mindestbesetzung ist zur Standardbesetzung geworden.

Lösung:

Bundeseinheitliche Arbeitsbedingungen

  • Neue Arbeitszeitmodelle
  • Klare gesetzliche Vorgaben für Wochenarbeitszeiten in der direkten Pflege (32 h Woche wäre da eine gute Richtung)
  • Grundsatz – Ziel: 32 h in drei Stufen angehen:
    1. Stufe 2024 auf 37,5 h; 2. Stufe ab 2027 auf 35 h und 3. Stufe ab 2030 auf 32 h/Woche.
  • 5 Tage Woche für alle gleich.
  • Reduktion der aufeinander folgenden Arbeitstage auf max. 7 Tage
  • Reduzierter Einkommenssteuersatz – mehr netto für das brutto.
  • Renteneintrittsalter ab 60 Jahre möglich ohne Abzug – Staffelung abhängig von Berufszugehörigkeit, Berufstätigkeit und körperlichem Gesundheitszustand
  • Bundeseinheitliche Personalbemessungsgrenzen ohne Unterschreitungsmöglichkeiten
  • Einhaltung der Arbeitsschutzgesetze ohne Ausnahmeregelungen
  • Verlässlicher und verbindlicher Dienstplan (Stichwort: garantierter Dienstplan)

Fazit:

Nach dem “Gehalt für die Profession Pflege” sind die Arbeitsbedingungen der wesentliche Punkt für den Verbleib oder Verlust von Pflegekräften in der Pflege. Geld alleine macht nicht glücklich! Diese Weisheit leben Pflegekräfte besonders. Das liegt an der besonders ausgeprägten Empathie-Fähigkeit. Diese führt allerdings auch zu einer besonderen Sensibilität bei Achtlosigkeit, fehlendem Respekt und dauerhaft schlechten Arbeitsbedingungen. Deshalb sind unsere Forderungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen jetzt notwendig und müssen ausgearbeitet, kalkuliert und beschlossen werden, und zwar verbindlich!